Als der Orientierungslauf (OL) seinen Anfang nahm, reichten noch übliche topografische Karten aus, um OLs zu organisieren. In den 60er-Jahren wurde jedoch damit begonnen bestehende Kartenwerke umzuarbeiten, um detailreiches Gelände besser darzustellen. Massstäbe 1:15 000 oder 1:10 000 mit einer Äquidistanz von 5 Metern haben sich dazu bewährt. Solche können nicht einfach im Handel gekauft werden. OL-Organisatoren müssen sie selber herstellen. Dazu ergänzen sie jeweils bestehende Kartenwerke mit Objekten gemäss international gültigen Darstellungsvorschriften für OL-Karten. Als Grundlagekarten dienen übersichtskarten und Luftbildauswertungen. Kartenobjekte werden meist mit Hilfe von Kompass und Schrittmass oder Distanzmessgerät eingemessen und in einer Kartenskizze festgehalten.
Bevor OCAD existierte, wurden die Kartenskizzen in einer Reinzeichnung zusammengefasst und danach mit Rapidographen auf Folien durchgepaust. OCAD hat sich zu Beginn der 90er-Jahre das Ziel gesetzt, den Kernprozess der Herstellung von OL-Karten – vom Durchpausen der Kartenskizzen bis zur Ausgabe von Druckfilmen – mit einer Software möglichst einfach abzuwickeln.
Zudem musste die Software leicht erlernbar und kostengünstig sein. Den unentgeltlich arbeitenden Freiwilligen für die Geländekartierung und die Zeichnung von OL-Karten können keine teuren Soft- und Hardware und Schulungen zugemutet werden.

Seit der 8. Edition hat OCAD auch ein Bahnlegungsmodul. Damit ist es möglich, die Bahnen (Postenreihenfolge) zu legen und sie gemeinsam mit der Karte auszudrucken oder in die elektronischen Postenkontrollsysteme zu exportieren. Doch die Entwicklung steht nicht still. OCAD 9 unterstützt den Einsatz von GPS-Geräten und zwar sowohl für den Import aus handlichen GPS-Empfängern, wie Garmin eTrex, als auch den Gebrauch von OCAD im Echtzeit-Modus. Und mit der neusten Entwicklung im Hardwarebereich, dem Ultra Mobile PC (UMPC), wird OCAD direkt im Gelände für die Kartierung einsetzbar.